Bekämpfen sie den winter mit unseren fachlichen tipps

30 Dezember 2014

REITEN IM WINTER: OUTFIT 2.0

Regen, Schnee, Wind, Kälte – manchmal reicht ein schneller Blick nach draußen, da vergeht einem die Lust zu reiten. Das liegt an Ihrer Ausrüstung!

Wir haben uns für Sie zwei goldene Regeln überlegt, die es ermöglichen, den ganzen Winter über gut ausgerüstet und topmotiviert zu sein.

REGEL NUMMER EINS: SIE WOLLEN NICHT KUGELRUND WIRKEN? UMSO BESSER.

Bei kaltem Wetter neigt man dazu, sich in viele Schichten Kleidung einzuhüllen, auch wenn es bedeutet, wie das Michelin-Männchen auszusehen. Dicke Kleidung bedeutet nicht unbedingt Wärme. Eine Möglichkeit, um Erkältungen zu vermeiden, besteht darin, keine Luft in die Kleidung zu lassen.

Dafür ist eng anliegende, vorgeformte Kleidung in individueller Passform ideal.

Zusätzlich zu einem modernen Sportlook vermeidet eine enge Passform unnötige Zugluft und sieht aus wie eine zweite Haut, selbst dann, wenn Sie mit dem Schlafsack am Rücken aufs Pferd steigen.

REGEL NUMMER ZWEI: DER DREI SCHICHTEN LOOK

Jede/r Reiter/in, muss sich − unabhängig von seinem/ihrem Niveau − während dem Reiten verschiedenen Phasen stellen: Vorbereitung, Aufwärmen, lange beziehungsweise intensive Anstrengung, Erholung, Ruhe und Pflege der Pferde.

Um Erfolg zu haben, muss das Reiteroutfit 2.0 folgende simplen Kriterien erfüllen:

● Es muss Sie trocken halten.

● Es muss eine gleichbleibende, angenehme Körpertemperatur während jeder der Phasen gewährleisten können.

In der Praxis gestaltet sich das Ganze etwas komplizierter, das Outfit muss nicht nur warm und wasserdicht sein, sondern dem Körper auch ermöglichen, seine Temperatur selbst zu regulieren. Das heißt, man muss schwitzen können, ohne dem „Sauna“-Effekt zu unterliegen. Man muss also beachten, dass die Gefahr von außen, aber auch von innen kommen kann.

Das 3-Lagen-Prinzip ist ein effizientes Werkzeug, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten.

Die drei Schichten stehen für drei verschiedene Materialien, die durch Luftschichten getrennt sind. Jede Schicht spielt eine bestimmte Rolle und arbeitet mit der Luft zusammen, um optimalen Schutz bei jedem Wetter und jeder Situation zu garantieren.

ERSTE SCHICHT:

Das Ziel: Umleitung der Feuchtigkeit zu den äußeren Bekleidungsschichten, um Sie trocken zu halten. Entscheiden Sie sich daher für hydrophobe Materialien wie Polybaumwolle, Polypropylen oder Polyester.

Ideal sind Stoffe mit antibakterieller und geruchshemmender Verarbeitung wie Silberionen oder Polygiene.

ZWEITE SCHICHT:

Das Ziel: Erhaltung der vom Körper erzeugten Wärme bei gleichzeitigem Entweichen von Feuchtigkeit nach außen, auch bekannt als Temperaturkontrolle.

Die Wärmeleistung dieser Schicht kann je nach klimatischen Verhältnissen unterschiedlich sein.

Wählen Sie Materialien, die atmungsaktiv sind und ihre Isoliereigenschaften auch bei Feuchtigkeit beibehalten können, zum Beispiel Daunen, Federn, Polyester oder Merinowolle. Vermeiden Sie Baumwolle oder andere Materialien, die Wasser aufnehmen.

DRITTE SCHICHT:

Aus der Sicht eines Konstrukteurs wäre diese Schicht und ihre Stärke wahrscheinlich die technisch Wichtigste.

Das Ziel: Abweisung von Wasser und Wind und gleichzeitige Ableitung der Feuchtigkeit aus den inneren Schichten nach außen.

Material und Verarbeitung sind entscheidend.

Das Material muss gegen Wasser in flüssiger Form voll und ganz beständig sein (Undurchlässigkeit) und gleichzeitig Wasser in Dampfform ableiten (Atmungsaktivität).

Dabei spricht man von einer undurchlässigen atmungsaktiven Membran, deren Leistungen in Schmerber in Bezug auf Dichtheit und in MVTR (Moisture Vapor Transmission Rate, Wasserdampfdurchlässigkeitsrate) in Bezug auf Atmungsaktivität gemessen werden. *

Die Konfektionsgröße ist außerdem ausschlaggebend. Die Art und Weise, wie die Nähte, Einsätze und Taschen verarbeitet werden, wirkt sich darauf aus, ob das Kleidungsstück wasserdicht ist oder nicht. Für einen optimalen Schutz empfehlen wir Kleidung mit wasserdichten Nähten, Reißverschlüssen und Taschen und einer abdeckenden, verstellbaren Kapuze.

* Für einen optimalen Außenschutz werden mindestens 6.000 Schmerber bzw. 6.000 MVTR empfohlen. Wenn Sie mehrere Pferde pro Tag reiten wollen oder lange Spaziergänge planen, sind Membranen von 15.000 Schmerber bzw. 15.000 MVTR zu wählen.

WAS SIE SICH MERKEN SOLLTEN:

● Von der ersten bis zur letzten Schicht gilt: Entscheiden Sie sich für Kleidung in Ihrer Größe, die Ihnen passt, eng anliegt und vorgeformt ist.

● Vermeiden Sie Materialien, die Wasser absorbieren (zum Beispiel Baumwolle).

● Erste Schicht: Ableitung der Feuchtigkeit nach außen

● Zweite Schicht: Wärmeisolierung und Ableitung der Feuchtigkeit nach außen

● Dritte Schicht: wasserdichter und atmungsaktiver Außenschutz (Achten Sie sowohl auf die Qualität, als auch auf die Verarbeitung des Materials.)

 

Gut ausgestattet zu sein bedeutet eine langfristige Investition, die Ihnen diesen Winter ersparen wird, die Minuten bis zum heißen Bad zuhause zählen zu müssen.

Gut ausgerüstet haben Sie nun alles, was Sie brauchen, um sich auch mitten im Winter aufs Pferd zu setzen.

Sie können jetzt losreiten!